LATEINAMERIKANISCHE TÄNZE


Samba

Die Samba stammt in ihrer stationären Grundform aus Brasilien, und entwickelte sich aus alten afrikanischen Kreistänzen. 1924 tauchte die Samba zum ersten mal unter ihren heutigen Namen in Europa auf. Erst um 1948/49 kam mit einer sehr vereinfachten Form (Zweischritt-Samba) der Durchbruch, und seit 1959 ist sie fester Bestandteil im Turnierprogramm. Die charakteristischen Bewegungen in der Samba sind Schritte im Zickzack-Muster und die "Sambarolle" die als eine von sehr wenigen Lateinfiguren mit engem Körperkontakt getanzt wird. Eine gut getanzte Samba bringt dynamische Lebenslust zum Ausdruck.

TaktTempoCharakter & Bewegung
2/450 bpmBewegungstanz, lebhaft - fröhlich - heiter


Cha-Cha-Cha

Seinen musikalischen Ursprung hat der Cha-Cha-Cha in Kuba. Der Tanz gilt als künstliche Schöpfung, als eine aus der Rumba und Mambo entstandene Abart. Als Erfinder gilt der kubanische Musiker Enrique Jorrin, der 1953 anstelle des zu schnell gespielten Mambos, den langsameren Mambo-Cha-Cha kreierte. Im Cha-Cha-Cha wird Munterkeit, Flirten mit dem Partner und ein wenig Übermut zum Ausdruck gebracht, der auch das Publikum in seinen Bann zieht. Da im Gegensatz zur Rumba weniger Dialog zwischen den Partnern stattfindet sind die Bewegungen folglich synchroner und paralleler. Der Cha-Cha-Cha, dessen Rhythmus auch in vielen Pop-Songs zur Anwendung kommt, wurde 1962 erstmals zur Deutschen Lateinmeisterschaft in Stuttgart in das offizielle Turnierprogramm aufgenommen.

TaktTempoCharakter & Bewegung
4/430 bpmstationär, lustig - frech


Rumba

Musikalisch haben sich aus einer Fülle von afrokubanischen Rhythmen zwei Tänze entwickelt. Im 19. Jahrhundert die Habanera und im 20. Jahrhundert die moderne Rumba. 1930 kam die Rumba nach New York und von dort nach Europa, geriet aber schnell wieder in Vergessenheit. Erst nach 1945 wurde sie von den Franzosen wieder entdeckt, aber auch die Engländer beschäftigten sich mit der Rumba. Dies hatte zur Folge, dass man sich lange um die Normierung der Rumba-Technik stritt (Cuban-Style Rumba, Square Rumba). Im Jahre 1964 setzte sich schließlich die von dem in England lebenden Franzosen Pierre, aus dem Mambo entwickelte Cuban-Style Rumba durch. Während der Cha-Cha-Cha noch das Spiel zwischen den Geschlechtern verdeutlicht, verdrängt die Rumba dieses zu Gunsten einer sich langsam aufbauenden Erotik. Die Dame schwankt zwischen Hingabe und Flucht, der Herr zwischen Zuneigung und Selbstherrlichkeit. Die Rumba ist der Klassiker unter den Lateintänzen und ist seit 1932 Turniertanz.

TaktTempoCharakter & Bewegung
4/427 bpmstationär, erotisch - sanft und weich


Paso Doble

Dieser zu Anfang unseres Jahrhunderts in Spanien entstandene Tanz ist eine Darstellung des Stierkampfes mit Flamenco Elementen. Die heutige Form wurde in Frankreich kreiert. Im Übrigen verkörpert die Dame hier das rote Tuch (die Capa) des Toreros und nicht, wie oft fälschlicherweise vermutet, den Stier. Der Paso Doble ist charakterisiert durch Dominanz und Dramatik, betontes Aufsetzen von Ferse und Ballen sowie rhythmischen Gehschritten. Die Musik ist ein flamencoartiger Marsch, der aus einer Einleitung und zwei Hauptteilen mit genau festgelegten Höhepunkten besteht, nach denen sich die Choreographie der Turnierprogramme richtet. Seit 1959 ist der Paso Doble Turniertanz.

TaktTempoCharakter & Bewegung
2/462 bpmBewegungstanz, heißblütig - scharf - exakt


Jive

Der Jive ist der afroamerikanische Tanz schlechthin. In den Amerikanischen Südstaaten verschmolzen schon vor der Jahrhundertwende weiße und schwarze Traditionen in der Musik wie in der Bewegung; daraus entstand der "Jitterburg" (zu deutsch:"Zitterwanze"), den US-Soldaten um 1940 in London populär machten. Die Paarbeziehung ist hier wie in der Rumba, aber was hier getanzt wird ist weniger Erotik, als mehr pure Dynamik; ein Feuerwerk der Füsse. Mit Elementen des Rock'n Roll gepaart ist er der wohl anstrengenste Tanz bei den Latein-Tänzen und wird daher auf Turnieren auch kürzer als alle anderen getanzt (ca. 1 - max. 1,5 min). Der Jive ist erst seit 1976 international in das Turnierprogamm aufgenommen.

TaktTempoCharakter & Bewegung
4/444 bpmstationär, hart - weich - rhythmisch